Macheds guet

Mit der kommenden Generalversammlung vom 20. August 2025 verabschiede ich mich nach knapp 13 Jahren aus dem Vorstand. Spätestens mit der Geburt meiner Tochter Ende 2024 haben sich meine Prioritäten geändert und diesen möchte ich gerecht werden und es ist an der Zeit, dass die nächste Generation übernimmt.

Somit endet ein für mich unvergessliches Abenteuer in meinem Leben nach weit über 30 Jahren FC Weesen. Ein Abenteuer welches ich als knapp 12-Jähriger in den frühen 90ern begonnen habe. Aus purer Lust und Freude am Fussball habe ich mich als Junior dem FC Weesen angeschlossen und die Aktivkarriere rund 20 Jahre später auch bei «meinem FCW» beendet. In all den Jahren haben sich Freundschaften entwickelt, welche mir ohne den Verein verwehrt geblieben wären. So entstanden auch ganz spannende private Projekte durch ebendiese Bekanntschaften.

Ein Verein ist auch gewissermassen eine Verpflichtung. Er ist nur so lebendig wie es die einzelnen Mitglieder zelebrieren und in Frondienst zum Vereinsleben beitragen. Dieses soziale Bekenntnis war der Grund für meinen Eintritt als Vorstandsmitglied – erst als Sportchef und Spiko, später und bis zum heutigen Tag als Verantwortlicher Infrastruktur. Haben sich die ersten beiden Tätigkeiten noch primär um das Sportliche gedreht, so hat sich das spätestens mit der Infrastrukturverantwortung in den Hintergrund verschoben.

Ganz in meinem Sinne, denn mit den sportlichen Anforderungen habe ich mich immer weniger identifiziert. Ich bin mit der festen Absicht in das neue Amt gewechselt, etwas aufzuräumen, Versäumnisse aus der Vergangenheit zu beheben und der nächsten Generation eine Infrastruktur zu überlassen, welche das moderne Fussballspielen und Vereinsleben ermöglicht. Wenn ich zurückdenke wie wir damals vor 20 Jahren trainieren und spielen «durften» bin ich mir sicher, die heutige Generation würde sich verwundert die Augen reiben und uns auslachen. Als Umkleidekabinen dienten zwei in die Jahre gekommene Kabinen im Primarschulhaus ca. 500 Meter vom Platz entfernt. Ein Clubhaus gab es nicht, aber wir hatten einen «Kiosk», bzw. einen entwendeten alten Maroni-Stand aus dem «Schlitz», in welchem sich teilweise skurrile Personen als Kioskbetreiber verdingten. Wenn es regnete oder gar schneite, dann fehlte für die Pause jeglicher Unterschlupf und man verkroch sich ab und an in den eigenen Autos während der Pause. Und die Plätze, meine Güte, das waren bessere Kuhwiesen, nicht mehr und nicht weniger. ABER, und das ist der Kern der Sache, wir hatten uns damit abgefunden, die Nachteile daraus zu unseren Vorteilen gemacht (die Gegner kamen mit der Situation deutlich schlechter Zugang als wir…) und wir hatten schlicht und einfach Spass an der Sache – Fussballspielen in seiner vermeintlichen Reinkultur, an den Spielen Herz und Lunge auf dem Platz lassen und anschliessend gemeinsam um die Häuser ziehen und die gewonnenen Schlachten feiern.

Sowas aber kannst Du heute schlicht nicht mehr bieten, die Leute erwarten deutlich mehr Komfort und Professionalität, auch auf unserem Niveau, und das war auch stets meine Motivation. Ich meine wir haben in den letzten Jahren gewaltig was gestemmt aus dem Vorstand heraus. Zusätzliches Garderobengebäude erstellt, Vordacherweiterung, Platzverbreiterung Hauptplatz, Parkplatzanlage, neue Beleuchtung, Einzäunung der Anlage usw. (Detailübersicht hier) und jetzt soll endlich auch der Kunstrasenplatz kommen. Die jetzige und künftige Generation darf bald von kompakten und wie ich meine sensationellen Rahmenbedingungen profitieren. Es liegt nun aber auch an der neuen Generation Sorge dafür zu tragen, die Anlage zu pflegen und wo nötig weiterzuentwickeln.

Das wichtigste aber, die kräftezehrenden Infrastrukturprojekte liegen bald hinter uns und man kann und soll sich nun prioritär wieder um den Verein und das Vereinsleben kümmern. Wenn ich eine Bitte an die Jüngeren stellen darf, dann folgendes: Habt Spass miteinander auf und neben dem Platz. Bringt Eure Ideen ein, helft freiwillig mit, zettelt Parties an rund um dem FC Weesen und lasst den familiären Charakter unseres FCW wieder aufleben – löhnds chlepfä, probiered äfach us, hälfed enand – es chunnt scho guet!

Zu guter Letzt möchte ich mich bei allen Mitwirkenden rund um den FC Weesen bedanken. Nebst den privaten Seilschaften die sich entwickelt haben habt ihr mir in meinen Funktionen auch viele Freiheiten gelassen und mir die Möglichkeit geboten Neues zu erlernen. Auch hier sei allen Jüngeren gesagt, nutzt so eine Chance wenn ihr sie kriegt, das ist unbezahlbare Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung!

„Heja Weesä“
Daniel Lier